|
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, es ist mir immer eine besondere Freude, eine Ausstellung mit Plastiken zu eröffnen. Plastiken haben im Gegensatz zur Malerei den großen Vorteil, dass man sie greifen und berühren kann und dies kann schon ein kleines Kind. Die Arbeiten der Künstlerin Christel Schmidt- Köster sind Ergebnisse der Steinbildhauerei, das heißt, Vorstellungen der Figur, die in dem rohen Material enthalten ist, werden in einem schlagenden, hauenden Kraftakt von überflüssigen Stein befreit, der Prozess ist ein Akt der Befreiung . Kleinplastiken sind seit Jahrtausenden wesentliche Äußerungsform von künstlerischer Tätigkeit, aus Holz, Knochen und Keramik haben unsere Vorfahren Abbilder von Menschen und Tieren geschaffen, die meist in Zusammenhang mit Ritualen verwendet wurden. Einige der hier gezeigten Arbeiten lassen sich in einen unmittelbaren Zusammenhang mit Werken ganz unterschiedlicher Epochen bringen. Die archaische Formsprache ist mit Arbeiten vertreten, die die ursprüngliche Form des Stein nur geringfügig verändern, so wird ein Gesicht sichtbar, bei dem unbearbeitete Flächen erhalten bleiben. Andere Figuren erinnern an hellenistische Arbeiten, kleine Göttinnen, nackt aus dem Gewand tretend, klassischer Faltenwurf und aufrechte Stellung sind formvollendet argestellt. Den Übergang zu mehr subjektiver Darstellung bilden Arbeiten, die Paare zeigen, geflügelte Wesen und Häupter, wie das der Medusa. Damit steht die Künstlerin in der Tradition der frühen Moderne, die sich bis heute als eine Sonderform der Skulptur erhalten hat und vor Allem in Großplastiken für den öffentlichen Raum eine besondere Rolle spielen. Abgeschlossen wird der Reigen durch abstrakte, freie Formen bei denen organische Vorbilder zu in sich geschlossenen, phantasievollen Skulpturen werden, die aus der Idee der Künstlerin eine Anregung für die Vorstellung des Betrachters geben, eine freie Interpretation, die in Erinnerung an andere Gestalten und Formen viele Möglichkeiten offen hält.
|