Henryk Fiset

Die Formenerkennung findet in den ältesten Gehirnregionen statt und war für die Entwicklung des Menschen von lebenswichtiger Bedeutung kurz gesagt: Wir haben früh, sehr früh gelernt, die Gestalt von Tieren beispielsweise zu unterscheiden und ebenso früh haben Menschen Gestalt gemalt. Höhlenmalerei, dass weiß man noch nicht sehr lange, hatten unter Anderem die Funktion von Lehrmaterial für angehende Jäger. Und an diesem Punkt meiner Überlegung kommt das ins Spiel, was wir die Bedeutung von Farbe nennen.Warum überhaupt ist die Welt farbig? Ist es eine Laune der Natur?Es ist nicht ans leicht, darauf eine Antwort zu finden. Naheliegend ist aber derGedanke, dass Farben

der Unterscheidung dienen und einen gewissen Signalckarakter haben.
Die Bedeutung der Farben hat sich im Laufe der Zeit auf zahlreichen Umwegen eingeprägt und ist tief im kollektiven Gedächtnisse gespeichert. Jeder Betrachter hat darüber hinaus auch ein Individuelles Bedeutungsmuster, so dass wir uns Meinungen über Farbe bilden können, die sich durchaus von der Meinung unseres Nachbarn unterscheiden. Wenn wir uns nun den Bildern zuwenden, sehen wir eine Farbpalette, die sich im roten und gelb-orangen Bereich bewegt
und diesen variiert. Der Künstler trägt die Farben in vielen durchscheinenden Schichten auf, so dass der Eindruck räumlicher
Tiefe entsteht
Die Wahl des Quadrates sammelt die Aufmerksamkeit des Betrachters.

 

Die Wirkung ist das Empfinden von Licht in gebündelter, eingefangener Form. Die Bedeutung erschließt sich uns als
Schwingungen, als Vibration und als Energie, die von den Bildern ausstrahlt.

Die Bilder lassen uns die Kraft spüren, die vom Licht ausgeht, diese ist aber durch die strenge Form gebändigt und kommt als eine sanfte, positive Ausstrahlung daher. Jede Provokation ist vermieden, der unvermeidlich auch dekorative Charakter der Arbeiten stimmt uns versöhnlich und beruhigt. die Einladung zu Meditation und Kontemplation ist nicht zu übersehen, eine fast starke Stimmung entsteht und wird verstärkt, wenn wenn der bei Arbeiten in realistischer Wiedergabe hin zu großen Formarten sich, der über Radierungen und grafischen führt, der schließlich

in der vollständigen Abkehr vom Realismus zu reinen Farb- Form Bildern führt. Dies ist letztlich nur konsequent, denn die Wiedergabe von Denken und Fühlen lässt sich nun einmal besser in der Abstrakten Bildsprache vermitteln. Dies liegt unter anderem daran, dass auch die sprachliche Reflektion abstrakt ist und sich auf die Konvention der Sprachverwendung bezieht. So, wie wir unsere Sprache erst lernen müssen und auch Fremdsprachen nicht intuitiv erfassen, muss man auch die Konvention abstrakter Bildsprache erst lernen um sie zu verstehen.Hier, in in einer Ausstellung, finden wir gültige Aussagen zum Thema Licht, den Maler gelingen Arbeiten, die ansprechend sind, auch schön und vor Allem anregend.